Kürzlich durfte die MGM im Jahre 2013 ihr stolzes 150 Jahrjubiläum feiern und verband dies zugleich mit der Einweihung der neuen Vereinsfahne und einem Talschaftstreffen.

Ein Blick zurück lässt viele Veränderungen aber auch beharrlich unveränderte Traditionen entdecken.

1863 gründete Friedrich Metzger zusammen mit ein paar Schulkameraden eine kleinere Tanzkapelle. Jedes Mitglied wurde jedoch zuerst für zwei Jahre in Ausbildung geschickt!

Die Triebfeder war Geselligkeit, Gemütlichkeit, Freude am Musizieren und ein bisschen Betrieb in das etwas allzu stille Möhlin zu bringen. Man spielte zu Hochzeiten, Festen und Gottesdiensten, hauptsächlich im Landgasthoff Schiff, im Gasthof Krone und in der Kirche.

Die Hauptunterschiede zum heutigen Verein zeigen sich darin, dass die MGM früher eine reine Männer Brassband war. Mit der Zeit bereicherten auch Frauen und Holzinstrumente den Verein und der Mitgliederbestand stieg stetig.

Früher waren es hauptsächlich Dorflehrer, die als Dirigenten dem Verein vorstanden und zugleich das Amt als Archivar und Präsident innehatten, die Noten für die Musiker von Hand abschrieben und die ersten Statuten entwarfen.

Besuchten die Musiker einen Musiktag, so geschah dies va. mit dem Pompierwagen (Feuerwehrwagen) oder sonst einem Fuhrwerk oder gar zu Fuss. Manch einer erzählte davon, welch feucht fröhliche Feste dabei gefeiert wurden. Für uns unvorstellbar scheint die Tatsache, dass während der Musikprobe geraucht wurde. 1905 musste jeder Musiker eine Erklärung unterzeichnen, in der er bestätigte, dass er bestrebt sei, nach Kräften der edlen Musik zu dienen und dem Verein ein treues und aufrichtiges Mitglied zu sein. Es wurde auch beschlossen, dass für jede fehlende Probe eine Busse von 10Rp. zu bezahlen sei. 1908 wurde ein Jahresbeitrag von 4 Fr. erhoben.

Mit Marschmusik und Opernpotpourris unterhielten die Musiker das Volk. In diese Zeit fallen auch die Anfänge der Pflege des Fastnachtslebens. In Form von Schnitzelbankumzügen wird der Grundstein gelegt zu den späteren, grossen Umzügen, an denen sich die ganze Gemeinde beteiligte.

Während des ersten Weltkrieges mussten 16 Mitglieder in den Aktivdienst, wobei davon 8 auf deutscher oder französischer Seite Dienst leisteten. Man schickte ihnen Esspackete und Wollsocken. Zur selben Zeit fanden keine Musikproben statt. Am Ende des Krieges kamen alle Soldaten Gott sei Dank wohlbehalten zurück.

Auch die spanische Grippe, die immer widerkehrende Maul- und Klauenseuche, sowie der zweite Weltkrieg verhinderten über weite Dauer einen geordneten Probebetrieb. Die Zeit wurde aber genutzt zur Beschaffung einer neuen Fahne (1923), einer ersten Uniform (1931), zur Schaffung eines Notenarchives und zur Bildung einer Jugendmusikgruppe unter der Leitung von Hans Heyoppe.

Ab 1952 führte Ernst Köppel aus dem Badischen das Zepter. ). Die Einweihung einer neuen Uniform sowie die Präsentation dieses neuen Dirigenten lockten 900 Zuhörer ans Jahreskonzert.

Stabile Festzelte, Turnhallen und andere Konzertlokale erlaubten es, die Feste so zu feiern, wie sie geplant wurden. Früher kam es oft vor, dass durch starke Gewitterregen auf dem Festplatz beim Obermattschulhaus ein Fest kurzentschlossen um ein paar Tage verschoben werden musste.

1963 fand die Hundertjahrfeier statt. Der Verein war mächtig stolz auf sein 100 jähriges Bestehen. Es wurde mit einem rauschenden Fest und einer neuen Fahne gefeiert.

Immer wieder erneuert sich der Verein auch materiell mit Neuuniformierungen (1981 und 2001) und mit Neuinstrumentierungen (1969 und 1993).

Die Durchführung von Festwirtschaften wie zum Beispiel bei der Möga und die Unterstützung vieler Sponsoren und Gönnern helfen dabei, dies alles zu finanzieren.

Die Musikgesellschaft Möhlin verstand es, grosse Feste wie der Kantonale Musiktag in Möhlin (1982) und das Kantonale Musikfest in Möhlin (1998) durchzuführen. Sie stellte sich aber auch der grossen musikalischen Herausforderung beim Besuch des Eidgenössischen Musikfestes in Interlaken 1996, Luzern (2006) und in St. Gallen (2011), bei den alljährlichen Frühlings- und Adventskonzerten und beim Besuch von kantonalen Musiktagen.

Wenn auch nicht mehr geraucht wird während den Musikproben und wir mit dem Car zu den Musiktagen fahren, Noten kopiert und unsere Konzerte auf CD’s gespeichert werden, die Frauen im Verein immer noch in der Minderzahl sind, wenige Musikanten ab und zu immer noch zu spät oder gar nicht zur Probe erscheinen und manch einer zu viel während des Probens schwatzt, die Dirigenten echte Musikprofis sind und die Uniformen immer noch an den Beinen kratzen, so verbindet die Musik die Musiker in dem Moment am meisten, in dem der Vorhang fällt, dann, wenn sie mit grösster Konzentration ihr Bestes geben und sich selbst über das Gelingen des Konzertes freuen. Dies und die daraus entstehenden sozialen Kontakte möchte ein mancher Musiker nicht missen und beweist es mit grosser Vereinstreue. Viele unserer Mitglieder, aber auch viele Dirigenten blieben und bleiben unserem Verein über viele Jahre hinweg treu und freuen sich, wenn junge Mitglieder dasselbe empfinden.

 

Im März 2015 - Ursi Delz

....und hier noch ein Zeitdokument aus dem Jahre 1912

siehe Seite 17